Die Integrierten #01: Ankommen in Deutschland – Migration & Asyl

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:01: In einem Land vor unserer Zeit war eine junge Frau namens Isabel.

00:00:10: Ihr Zuhause war wunderschön, doch das Leben war nicht

00:00:13: einfach.

00:00:14: Ich liebe diesen Ort aber es ist so schwer hier Arbeit zu finden.

00:00:18: ich möchte meiner Familie helfen und nicht nur eine Belastung sein.

00:00:22: Viele Menschen in ihrem Dorf standen vor demselben Problem.

00:00:25: Manche suchten Sicherheit, andere wollten dass ihre Kinder es einfach haben und wieder andere wollten ihrer Familie

00:00:31: helfen.

00:00:32: Mein Onkel sprach von einem Ort an dem man Arbeit findet und endlich in Ruhe leben kann.

00:00:37: so begann Isabel zu träumen um sich ein Leben in dem Land vorzustellen wie es denn sein könnte.

00:00:42: doch das ist keine einfache Entscheidung.

00:00:45: Es macht mir Angst alles aufzugeben Ein neues Leben eine neue Sprache fremden Sitten und kein vertrautes Gesicht in der Nähe

00:00:54: auf die Reise.

00:00:55: Der Wunsch und Wille nach einem besseren Leben ist größer als Unsere Eltern sind beide ausgewandert.

00:01:26: Isabelseltern beispielsweise kommen aus Portugal, meine kommen aus der Türkei aber wir sind Kurden.

00:01:31: das ist auch nochmal wichtig zu betonen.

00:01:33: Isabel, warum haben deine Eltern Portugal verlassen?

00:01:36: Mein Vater ist damals zuerst gegangen weil er durch Bekannte hier Arbeit gefunden hat.

00:01:41: Und damals war sowieso die Wirtschaftslage in Portugal sehr schwierig und viele waren von Armut damals auch betroffen.

00:01:48: Erst ist er nach Frankreich gegangen und dann wurde er hier nach Deutschland versetzt.

00:01:51: Meine Mutter kam später danach und als ich dann geboren worden bin wollten sie vielleicht noch zurückgehen aber dann bin ich in die Schule gekommen und dann haben sich dagegen entschieden wieder rauszuwandern.

00:02:01: Warum sind deine Eltern da?

00:02:02: damals hierher gekommen.

00:02:04: Ehrlich gesagt aus den ähnlichen Gründen, mein Vater war davor schon in Deutschland hat sich ein bisschen was aufgebaut ist zurückgekommen, hat meine Mutter geheiratet und die haben sich beide entschieden dass es für sie einfach Sinn macht in Deutschland ihre Kinder auch groß zu ziehen weil dort auch einfach die Möglichkeiten deutlich besser sind als bei uns in der Region der Türkei.

00:02:21: wenn Man sich die Zahlen jetzt mal ein bisschen anschaut, zeigt sich ein klares Bild.

00:02:26: Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kommen Menschen vor allem aus drei Gründen nach Deutschland bzw.

00:02:33: Wandern aus Arbeit, Familie und Flucht – nicht nur wegen Krieg wie es so häufig in den Medien dargestellt wird.

00:02:40: Das

00:02:40: stimmt, viele wollen ja einfach ein besseres Leben für sich haben und vor allem auch für ihre Kinder.

00:02:45: Für euch da draußen damit ihr den Unterschied versteht!

00:02:47: Migranten ziehen meistens freiwillig in ein anderes Land zum Beispiel für Arbeit wie jetzt unsere Eltern.

00:02:52: Flüchtlinge dagegen müssen fliehen weil sie in ihrem Heimatland einfach nicht mehr sicher sind.

00:02:57: Richtig.

00:02:58: Zur Klarstellung für euch da draußen, wir beziehen uns erst auf Migranten und anschließend auf Flüchtlinge.

00:03:04: Viele denken dass Migration etwas Neues ist aber das stimmt so nicht!

00:03:08: Richtig nämlich schon seit Jahrzehnten Kommenten nach Deutschland.

00:03:11: ein wichtiges Beispiel ist das Gastarbeiterprogramm.

00:03:14: Kurz

00:03:14: zur Einordnung für euch daraus in den fünftiger und sechziger Jahren wurden gezielt Arbeitskräfte aus Ländern wie Italien oder auch der Türkei angeworben weil vor allem Westdeutschland dringend Arbeitskräften gebraucht hat.

00:03:26: Die Wirtschaft ist schnell gewachsen, aber es haben Menschen gefehlt die in Fabriken arbeiten und da hat man sich eben die Gastarbeiter geholt.

00:03:33: Aus diesem Grund hat Deutschland aktiv Menschen ins eigene Land geholt!

00:03:37: Die Idee war, die Menschen kommen für ein paar Jahre verdienen gutes Geld werden gut behandelt und gehen wieder.

00:03:41: das war ja auch die Idee damals von meinem Vater hier ein bisschen Geld machen und dann wieder zurückgehen.

00:03:46: Aber

00:03:47: Spoiler so war es dann doch nicht?

00:03:50: Die Menschen damals wurden teilweise wie direkt behandelt.

00:03:53: hört sich hart an isst aber die Wahrheit.

00:03:56: Der Investigativ-Journalist Günter Wallraff hat sich in den Achtzigerjahren beispielsweise als türkischer Gastarbeiter ausgegeben, um herauszufinden wie Deutschland seine Gastarbeiter behandelt.

00:04:08: Er hat das wirklich sehr gut gemacht und es gibt auch ein sehr gutes Buch dazu.

00:04:15: dunkelbraune Augen.

00:04:17: Man hat die nicht wiedererkannt und in seinem Buch hat sich herausgestellt, dass die Gastarbeiter richtig Scheiße behandelt wurden.

00:04:24: Sie wurden als temporäre, billige Arbeitskräfte für schwere Tätigkeiten betrachtet, die ihnen wohnheim isoliert lebten und wenig bis gar keine Integration

00:04:33: erfuhren.".

00:04:33: Das

00:04:33: ist so traurig einfach zu hören.

00:04:35: aber trotzdem sind ja so viele Gastarbeiter geblieben und haben sie hier in Deutschland etwas aufgebaut.

00:04:44: fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

00:04:47: Ganz genau, Migration war nie ein... Problem in dem Sinne, so wie es viele heute betrachten.

00:04:52: Ohne Migration würde Deutschland heute anders aussehen – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.

00:05:19: auch ausgewandert, weil die Wirtschaftslage bis in den zweitausender Jahren ein großes Problem weiterhin war.

00:05:25: Und es nicht nur wirtschaftliche Probleme gab, sondern auch soziale Probleme, weil sich eine komplette Gesellschaft umstrukturieren musste.

00:05:31: Waren deine Eltern auch noch davon betroffen?

00:05:34: Nicht ganz!

00:05:34: Meinem Vater ist so viel in siebzig geboren und meine Mutter ist siebenundsechzig geborene.

00:05:39: Die haben nur noch so die Reststücke mitgenommen aber halt die hatten keine richtige Schulzeit.

00:05:44: also die haben nur bis zur sechsten Klasse Schule gemacht und dann sind Sie direkt arbeiten gegangen.

00:05:48: ein ganz großes Problem, dass sich wirklich erst so Mitte Ende der Neunziger gewendet hat und man da angefangen hat, wirklich was dagegen zu tun.

00:05:56: Also es war ja auch ganz lange nicht verpflichtend damals Abitur zu machen.

00:06:01: also wir müssen ja in Deutschland auch kein Abiturm machen.

00:06:04: aber die Chancen damals für Jugendliche, für meine Cousinen und Cousins sie ja alles von den Neunzigern geboren sind, waren trotzdem schlecht.

00:06:11: dann in der Schulzeit das war leider... Nicht so gut.

00:06:14: Aber genau das ist halt ein klassisches Beispiel dafür, warum es Wirtschaftsmigrationen gibt.

00:06:20: Menschen verlassen ihr Land weil sie dort keine gute Arbeit oder Einkommensperspektive haben.

00:06:26: Laut der Weltbank leben weltweit siebenhundert Millionen Menschen in extremer Armut.

00:06:32: Viele von ihnen sehen deshalb keine andere Möglichkeit, als in ein anderes Land zu emigrieren.

00:06:37: Das betrifft

00:06:38: ja nicht nur Portugal – auch in vielen afrikanischen oder asiatischen Ländern fehlen den Menschen Perspektiven.

00:06:43: Wirtschaftsmigration ist also ein globales Problem

00:06:46: und oft unterschätzt man die Auswirkungen sowohl auf die Länder, die die Menschen halt quasi dann verlieren, als auch auf die Länder, die sie aufnehmen.

00:06:53: Ein wichtiger Faktor sind die Überweisungen.

00:06:58: Die

00:06:59: Weltbank schätzt ja auch, dass in den Jahren Jahrzehnten etwa US-Dollar in Entwicklungsländern überwiesen wurden.

00:07:09: Insgesamt lag die Summe dieser Geldtransfere weltweit bei über US-Hundert Milliarden Dollar.

00:07:15: Das müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen!

00:07:18: In vielen Ländern ist das mehr als stattliche Entwicklungshilfe.

00:07:22: direkt bei wichtigen Dingen wie Essen, Schule medizinischer Vorsorgung und vieles mehr was für uns selbstverständlich ist eigentlich.

00:07:30: Das ist eigentlich so heftig wenn man darüber nachdenkt.

00:07:32: ich habe das immer nur vor anderen mitbekommen auf Social Media oder so wie Eltern teilweise Tag und Nacht gearbeitet haben um nicht nur ihre Familie hier zu versorgen sondern auch ihre Verwandten im Ausland zu unterstützen.

00:07:43: aber das war dir ja auch so ein Ding weil bei mir war es kein Ding dass wir Geld in die Heimat geschickt haben

00:07:49: doch bei uns wahr Ist es tatsächlich auch noch ein Ding?

00:07:54: Ich muss sagen, meine Eltern beziehen mich da nicht so sehr ein.

00:07:57: Woüber ich auch ein bisschen dankbar bin ... Aber ja, uns geht's auch gut!

00:08:02: Man muss aber auch sagen... Meine Familie denkt, dass es uns ein bisschen zu gut geht, hab' ich das Gefühl.

00:08:08: Kennst du dieses Klischee?

00:08:08: Ich check, ich check, ja.

00:08:09: Weißt du?

00:08:10: So mäßig, ach in Deutschland, da wächst das Geld auf den Bäumen.

00:08:16: Ja, das ist

00:08:17: ...

00:08:18: Also, um mal euch so eine Perspektive zu geben wie das ist.

00:08:21: Wenn ich früher im Urlaub war heutzutage es nicht mehr so doller als früher.

00:08:25: als Kind wenn ich dort war hieß es dann ja immer ihr fahrt ein BMW Dann müsst ihr genug Geld haben oder ihr kleidet euch ja ordentlich und das hieß halt einfach dass wir keine kaputt cheese getragen haben oder so weil wir in den urlaub gegangen sind und dafür hat ordentliche Kleidung mitgenommen haben heißt es ja immer, dass wir in Deutschland reich leben würden.

00:08:45: Man muss sich vorstellen, meine beiden Eltern haben hier keinen Schulabschluss gemacht und die haben kein Schulab schluss mitgebracht.

00:08:50: Das heißt sie können gar nicht so krasse Jobs arbeiten um viel Geld zu verdienen wie viele das dort für möglich halten.

00:08:57: vor allem haben wir hier auch oft höhere Ausgaben für den Lebensstandard also wir zahlen viel mehr Miete.

00:09:02: alleine die Lebensmittel sind teilweise am meisten Stellen teurer Und das fand ich halt dann immer sehr krass, weil ich das als Kind schon nicht verstanden habe Die halt einfach ein komplett anderes Weltbild davon haben.

00:09:12: Und noch dieses Du gehst nach Deutschland, machst Geld und machst sehr viel Geld in ihrem Kopf drin haben aber das ist seit Jahrzehnten schon kein Ding mehr.

00:09:19: also seitdem auch mein Vater nach Deutschland gekommen ist um hier zu arbeiten war das schon kein ding mehr dass du hier viel Geld machst mit viel Geld wieder nach Hause gehst.

00:09:26: Es ist irgendwie so wie in Deutschland.

00:09:29: es war ja früher immer Amerika oder die USA der Traum und bei unseren Verwandten ist es genau Deutschland oder

00:09:37: Frankreich.

00:09:38: Also bei uns war auch Frankreich so ein Frankreich?

00:09:40: Ja, also ich bin ja in so einer Bubble groß geworden wo ganz viele Leute emigriert sind aus Portugal.

00:09:45: Ich kenne keine einzige Familie im Portugal wo nicht ein Teil in einem anderen Land lebt und entweder leben sie in Deutschland eher in Norddeutschland also Richtung Köln Hamburg oder...

00:09:54: Hamburg schön!

00:09:56: oder sie sind nach Frankreich emigriert.

00:09:58: Ganz viel ist auch in Luxemburg, da gibt es sogar teilweise so Marketingstrategien am Meichenstellen von Luxembourg die dann auf Portugieses geschrieben werden weil sie einen sehr hohen Anteil von Portugiesen in Luxenburg haben.

00:10:10: Das wusste ich gar nicht!

00:10:11: Nee das ist auch ein Fakt den ich in der Uni gelernt habe weil er uns ein Plakat davon gezeigt hat und ich meinte oh mein Gott ich verstehe alles was da drauf steht... Und weil das so vorschockiert auf einmal.

00:10:23: Nee, es ist auch krass aber noch mal auf das Thema zurückzukommen.

00:10:27: viele Dinge laufen hier nicht anders ab als in dem Land.

00:10:29: und dieses diese Vorstellungen die viele Leute in Portugal oder jetzt in der Türkei auch noch oft haben ist dass Deutschland so ein reiches land ist dass du hierher kommst und ganz viel Geld machst wie es damals in der Gastarbeit tatsächlich so propagiert worden ist.

00:10:44: Das ist einfach faktisch nicht mehr so.

00:10:47: Also es war schon zu der Zeit, wenn mein Vater nicht mehr ... Er hat auch immer gesagt das Ausland ist nicht mehr das was es einmal war, was es mal versprochen hat.

00:10:55: und das hat er schon gesagt als ich fünf Jahre alt war.

00:10:58: Und da hat er hier schon zehn jahrelang gearbeitet und hat halt gesagt das is nicht mehr So.

00:11:02: also vor allem jetzt auch mit Inflation blablabla das ganze.

00:11:06: Es ist einfach nicht mehr leicht.

00:11:08: Vor allem kommen Kosten hinzu die du halt dort vielleicht gar nicht hast also die dort vielleicht geringer sind Die du hier halt in zweifach oder dreifachen zahlen muss.

00:11:16: Ja,

00:11:16: das Ding ist... ich verstehe woher das kommt aber die Realität ist halt anders und wenn du das sogar ansprichst bekommst du so einen Gegendwinn teilweise.

00:11:27: Das ist wirklich

00:11:28: krass

00:11:28: ja?

00:11:30: Ich kann das nicht beschreiben, wie sehr es ein nervt.

00:11:33: Ja ich glaube man muss da halt... Das ist wirklich so... Es sind einfach so prägende Erfahrungen die wir gemacht haben.

00:11:38: Die sieht sich auch schlecht an.

00:11:40: Genau!

00:11:40: Man kriegt auch so richtig schlechtes Gewissen und ich glaub dass man hat einfach Erfahrungen, die man teilen kann aber die man selber auch irgendwo erleben muss damit man das so richtig nachvollziehen kann.

00:11:50: Damit man weiß wie sich das anfühlt quasi auch irgendwie beneidet aber neid von seiner eigenen Familie zu erfahren dafür die eigenen Eltern eine andere Entscheidung getroffen haben, für die man nichts kann.

00:12:02: Ich checke den Neid in dem Sinne A, also uns geht es in Deutschland wirklich im Vergleich super muss ich einfach sagen.

00:12:10: aber dann zu sagen ihr habt alles mögliche bro meine Eltern sind selbstständig die mussten sich den arsch aufreißen um überhaupt hier in Deutschland selbstständig zu werden.

00:12:21: Ich sag nur Finanzamt, Ausländerbehörde ich weiß nicht was die Sprachbarriere schafft das erst mal und klar uns geht's gut.

00:12:30: aber es war nicht so als hätten wir nicht selber auch mal Geldprobleme gehabt und das checken sie halt

00:12:35: nicht.

00:12:36: Das checken die gar nicht.

00:12:37: vor allem denken die ja auch dass zum Beispiel meine Eltern haben sich ein neues Auto gekauft von ewig um drei Tagen und die denken auch dass wir das einfach so abbezahlt haben eben nicht.

00:12:47: Also dafür wurde auch hart gearbeitet und dann am Ende des Tages ein Kredite aufgenommen.

00:12:51: Natürlich

00:12:51: müssen wir hier auch noch mal betonen, wir sind super dankbar dass wir hier geboren und aufgewachsen sind und vielleicht hört sich das auch ein bisschen von unserer Seite... kann man arrogant sagen?

00:13:00: Ich

00:13:01: weiß nicht ob ich es arrogant anhörst Aber

00:13:02: ihr checkt glaube ich worauf wir hinaus wollen.

00:13:06: Ich glaube, man muss wirklich in dieser Situation sein um unsere Gefühlsebene gerade nachzubefinden.

00:13:11: Man fühlt sich für etwa schlecht wofür man nichts kann.

00:13:15: Genau und man wird damit einfach schon groß gezogen weil es schon so ein Problem ist von klein auf dass ich bisher ins Erwachsenenalter durchziehe.

00:13:22: Du hast ja vor allem auch vorhin schon angesprochen, wie schwer es für deine Eltern war sich hier selbstständig zu machen.

00:13:27: Was das für eine große Herausforderung war.

00:13:29: alleine Arbeitsmarktintegration soziale Anpassungen oder auch Diskriminierung spielen dabei wirklich eine entscheidende Rolle.

00:13:37: Trotz allem hat Wirtschaftsmigration dennoch Vorteile.

00:13:41: Migrantinnen und Migranten bringen neue Fähigkeiten, Ideen und kulturelle Vielfalt in Länder, in denen sie einwandern.

00:13:47: Ich meine, meine Eltern haben jetzt einen Dönerladen bei uns im Dorf.

00:13:52: Das ist toll!

00:13:52: Es ist der einzige Döener dort und die fühlen sich da auch pudelwohl und die Dorfgemeinschaft schätzt ihr auch?

00:13:58: Ja allein nicht nur das.

00:13:59: ich finde halt zum Beispiel... Also jetzt mal abgesehen von Döner und Essen einfach die kulturelle Vielfalt, dass du so offen wirst.

00:14:06: Ja!

00:14:06: Dass du halt Sachen zum Beispiel total schätzt an anderen Kulturen weil zB ich esse extrem spät.

00:14:12: also Ich bin kein Mensch der um Punkt siebzehn Uhr Abend ist und das war für mich...

00:14:16: Siebzehnt Uhr?

00:14:18: Ich kenn einige Leute die um siebzen Uhr Abend essen und das ist für mich komplett Weltfremd, das habe ich noch nie gemacht.

00:14:25: Wenn ich um siebzehn Uhr was esse muss ich direkt um zwanzig Uhr nochmal was essen und ich esse extrem spät und es war für viele Leute auch super ungewohnt.

00:14:31: aber dann haben wir das mal im Sommer öfters einfach so gemacht und die haben es ja doch richtig wertgeschätzt.

00:14:36: einfach dass wir halt uns später noch einmal getroffen haben und ich denke mir in der Türkei wird es genauso sein wie Portugal.

00:14:42: da ist man auch richtig lange am Essenstisch sitzt also dass man nicht wenn man fertig gegessen hat direkt aufsteht.

00:14:48: Oh mein

00:14:48: Gott

00:14:49: nein!

00:14:49: Also ich saß da manchmal bei meiner Familie so vier Stunden Und wir haben irgendwie nur anderthalb Stunden gegessen, drei Stunden lang haben wir geredet und dann waren da noch Snakes.

00:14:57: Bis ich aufgestanden bin hat man gefühlt schon wieder Abend gegessen.

00:15:02: Das war schön!

00:15:03: Ja genau und ich glaube zum Beispiel wenn man sowas mit nach Deutschland bringt das ist ja auch was Schönes oder alleine die Vielfältigkeit der Sprachen dass man so viele neue Sprachen dann auch erlernt die hier in der Gegend gesprochen werden.

00:15:16: Was tolle.

00:15:17: Und aus diesem Grund ist es ja auch wichtig, einfach das differenziert zu betrachten und nicht nur als Problemen zu sehen sondern auch eine schöne Chance die wir für unsere Gesellschaft nutzen sollten.

00:15:28: Das hast du schön gesagt!

00:15:30: Wir hatten's ja schon vorhin angesprochen.

00:15:32: ein ganz anderer Grund warum Menschen nach Deutschland kommen ist Flucht.

00:15:36: Wir haben schon am Anfang erklärt, was ein Flüchtling laut Definition ist und ein besonderes prägendes Ereignis war ja die Flüchtlingskrise in Deutschland zu fünfzehn.

00:15:47: Zu diesem Zeitraum kam über eine Million Menschen nach Deutschland.

00:15:51: viele von ihnen flogen ja wegen Krieg beispielsweise in Syrien oder vor Gewalt in anderen Regionen.

00:15:57: das heißt sie hatten keine Wahl.

00:15:59: oft befinden sich wirklich in Lebensgefahr.

00:16:02: Menschen gelten ja oft als geflüchtet oder asylsuchend.

00:16:05: Hundertzwanzig Millionen Menschen sind momentan deshalb auf der Flucht.

00:16:10: Man unterscheidet hier aber zwischen Binnenvertriebenen, die innerhalb ihres eigenen Landes fliehen.

00:16:15: also zum Beispiel im Bayern würde jetzt ihren Krieg ausbrechen und ich würde meine Koffer packen und nach Hamburg ziehen.

00:16:21: das heißt Ich werde dann eine Binn vertriebene Und Menschen, die über halt Landesgrenzen hinausziehen Also ins Ausland gehen wie zb viele in zwei tausend fünfzehn.

00:16:30: Aber auch heute gibt es noch viele Beispiele für aktuelle Flüchtlingsursachen wie Konflikte in der Ukraine, im Sudan, Afghanistan oder auch in Somalia.

00:16:40: Jede Krise hat ihre eigene

00:16:43: Dynamik.".

00:16:43: In Deutschland wurden die Ankünfte im Jahr

00:16:45: z.T.,

00:16:46: zunächst mit über einer Million angegeben – nach Bereinigung spricht man jedoch von etwa achthundertneunzigtausend tatsächlichen Ankünften!

00:16:54: Die Zahl der Erstanträge lag damals bei rund der Hälfte.

00:16:58: Zehn Jahre später allerdings Also, zwei fünfundzwanzig lag die Zahl der Ersteinträge auf Asyl nur noch bei einem Viertel.

00:17:06: Flucht

00:17:07: ist also keine freiwillige Auswanderung.

00:17:09: es geht wirklich um Schutzsicherheit und oft um das nackte Überleben.

00:17:13: Das hast du bestimmt auch schon mal gehört.

00:17:15: viele fragen sich warum Geflüchtete so weit reisen und nicht in ein Nachbarland bleiben oder so.

00:17:21: Ja das muss man sich jetzt einfach einmal Vorstellen.

00:17:24: oft sind ja auch die Nachbarländer nicht viel sicherer als das Herkunftsland.

00:17:28: Also manche sind selbst von Konflikt betroffen oder wirtschaftlich so schwach, dass sie kaum Schutz bieten können.

00:17:34: Deshalb ziehen manche Menschen weiter um Sicherheit zu finden.

00:17:37: Zum Beispiel fliegen mit viele Menschen aus Syrien zuerst in den Libanon oder nach Jordanien.

00:17:43: Dort ist es allerdings auch nicht viel besser und deshalb ziehen manchen weiter nach Europa um mehr Sicherheit zu finden.

00:17:49: Wichtig ist auch, die Ursache von Flucht anzugehen.

00:17:52: Also Frieden zu fördern und die Lebensbedingungen in Herkunftsländern zu verbessern.

00:17:57: Gleichzeitig gilt aber auch wer hier ankommt muss integriert werden.

00:18:00: Sprache Bildung und Arbeitsperspektiven sind entscheidend.

00:18:04: Das

00:18:04: ist zumindest die Wunschvorstellung.

00:18:07: Die Realität sieht da ein bisschen anders aus, aber zusammenfassend kann man sagen Flucht ist ein humanitäres Problem mit globalen Folgen und es braucht sowohl schnelle Hilfe als auch langfristige Lösungen.

00:18:21: Aber genau diese globalen folgen sehen wir nicht nur bei Kriegen oder politischer Verfolgung.

00:18:25: Es gibt ja noch einen weiteren Fachter der immer wichtiger wird und zwar Der Klimawandel.

00:18:33: Vielleicht hast du es gesehen, aber in der Wohnungssiedlung Sarah-Marie in Alcanar, in Katalonien, Spanien haben mehrere Familien ihre Häuser verlassen weil wiederholende Überschwemmungen das Leben dort langsam einfach schlimmer gemacht haben.

00:18:46: Forschende waren auch, dass solche extremen Ereignisse beim Wetter in Zukunft häufiger und stärker werden.

00:18:54: Städte und Regionen weltweit sind davon betroffen.

00:18:56: zum Beispiel kämpft Venedig immer wieder mit Hochwasser, davon habt ihr bestimmt auch schon gehört aber andere Regionen wie in Madagaskar haben mit extremer Hitze und Dürre zu kämpfen.

00:19:07: Dabei

00:19:07: spielt ja auch die Gesetzeslage eine große Rolle, wer als Flüchtling anerkannt wird ist international eigentlich klar definiert – nämlich Menschen, die vor Krieg Gewalt oder Verfolgung fliehen.

00:19:16: Klimaflucht fällt rechtlich jedoch oft durch das Raster, weil Umwelt- und Klimakatastrophen bisher nicht ausdrücklich als Fluchtgrund anerkannt

00:19:24: sind.".

00:19:24: Man muss auch dazu sagen der Begriff Klimaflüchtlinge, wird zwar verwendet, eindeutig definiert.

00:19:32: Zudem sind die Auswirkungen der Klimakrise sehr ungleich verteilt.

00:19:37: Besonders betroffen sind Menschen in Armut, Kinder oder Person ohne ausreichend rechtlichen Schutz.

00:19:44: Trotzdem gibt es für sie im internationalen Asylrecht meist keinen klaren Status.

00:19:49: Sie gelten bisher nicht automatisch als Flüchtlinge was ich einfach krass finde.

00:19:54: Das bedeutet nämlich auch dass viele Menschen kein klassischen Flüchtlingsstatus erhalten obwohl ihre existenzgrund Plage genauso stark betroffen ist wie von Menschen, die wegen Krieg Gewalt oder Verfolgung fliehen.

00:20:06: Das ist

00:20:07: auch wirklich einfach so krass weil es gibt ja jetzt schon so Hochrechnungen wie viele Menschen wahrscheinlich im Klima bis zu daßendfünfzig fliehnen.

00:20:14: und kleiner Spoiler!

00:20:15: Es sind nicht gerade so fünf Menschen die man an einer Hand abzählen kann.

00:20:18: Es sind wirklich in tausend wenn nicht sogar ein Millionenbereich Und genau deshalb zeigt sich ja auch hier, dass Flucht heute nicht mehr nur ein politisches oder militärisches Thema ist sondern immer stärker eine Folge globaler Umweltveränderungen.

00:20:32: Zusammenfassend lässt sich also sagen das Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland kommen nicht nur weil in ihren eigenen Ländern Krieg herrscht.

00:20:39: Flucht

00:20:40: und Migration hat viele Ursachen von Krieg- und politischer Verfolgung bis hin zu wirtschaftlichen Problemen und immer stärkere durch den Klimawandel.

00:20:47: Wir

00:20:48: hoffen sehr, dass euch unsere allererste Folge gefallen hat.

00:20:52: Und vielleicht kennt ihr ja jemand der fliehen musste oder freiwillig ausgewandert ist?

00:20:55: Oder ihr seid vielleicht selbst davon betroffen?

00:20:58: Schreibt eurer Erfahrungen einfach gerne in die Kommentare!

00:21:00: Wir würden uns sehr über eine aktive und natürlich konstruktiven Austausch freuen.

00:21:04: Ansonsten

00:21:05: dürft ihr gern die Folge liken und teilen und wir sehen uns beim nächsten Mal wieder zum Thema Zwischspalt der Identität in einer Gesellschaft.

00:21:12: Das wird ne sehr gute Folge.

00:21:14: bis dahin passt auf euch.

00:21:16: auch bleibt gesund und wir hören uns ganz bald wieder.

00:21:19: Tschüssi, tschau!

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